Magersucht oder Anorexia nervosa 

 

Was ist Magersucht?

 

Die Magersucht oder auch Anorexia nervosa ist eine Krankheit, bei der das Körpergewicht mindestens 15 Prozent unter dem errechneten Minimalgewicht des Körpers liegt. Dieses Minimalgewicht ist bei jeder Person anders. Es hängt von der Körpergröße ab und wird häufig mit dem BMI (Link BMI Rechner) ausgerechnet. Der BMI oder Body-Mass-Index ist eine Maßeinheit, die die Größe im Verhältnis zum Körpergewicht setzt. Unter einem BMI von 19 gilt ein Mensch als untergewichtig, mit einem BMI unter 17,5 als magersüchtig. Allerdings ist der BMI immer nur eine grobe Orientierung. Jeder Mensch ist einzigartig, und deshalb lässt sich Ideal-/Über oder Untergewicht auch nicht mit einer Formel berechnen. Zur Magersucht gehört eine Körperschemastörung. Das ist eine Wahrnehmungsstörung, denn Mädchen oder Frauen, die von Magersucht betroffen sind, fühlen sich selbst sehr dick und sehen sich auch im Spiegel so, sind aber eigentlich ganz dünn. Das macht die Magersucht so gefährlich, weil die Körperschemastörung das Gefühl erzeugt, immer weiter abnehmen zu müssen. Eine Magersucht kann immer nur ein Arzt oder eine Ärztin diagnostizieren.


Auch wenn es erst einmal vielleicht Lob gibt, weil du abgenommen hast oder weil du „so eine tolle Figur“ bekommen hast, ist Magersucht eine Krankheit. Wie jede Krankheit kann sie dem Körper sehr schaden. Mögliche Folgen einer Erkrankung sind Müdigkeit, häufiges Frieren und Verstopfung, trockene Haut, brüchige Fingernägel, später auch das Ausbleiben der Periode oder Osteoporose, also Veränderungen im Knochen. Wenn du dich fragst, ob du oder deine Freundin vielleicht von Magersucht betroffen ist, kannst du diesen Text  (Link zu Wie erkenne ich, dass ich magersüchtig bin …) lesen. Wenn du mehrere Fragen mit Ja beantwortest, ist es gut, mit einer Person deines Vertrauens, einem Arzt/einer Ärztin oder mit einer Beratungsstelle zu sprechen. Du kannst uns auch in der Online-Beratung schreiben. 

 

Woran erkenne ich, dass ich magersüchtig bin?

 

Dein Körper fühlt sich meistens dick und unförmig an. Wenn du unterwegs bist, siehst du meistens Menschen, die dünner sind als du und du hast das Gefühl, dass du abnehmen musst, um schön und attraktiv zu sein. Es ist ein gutes Gefühl, dein Leben unter Kontrolle zu haben, du fühlst dich stark, wenn du es schaffst, nichts zu essen. Wenn deine Waage wieder ein paar hundert Gramm weniger anzeigt, bist du stolz auf dich. Du versuchst, abzunehmen, indem du möglichst wenig isst. Vielleicht helfen dir Appetitzügler dabei oder du trinkst viel Wasser, um etwas im Bauch zu haben. Du bist auch bestens informiert über die Kalorien von Lebensmitteln und weißt genau, was du essen kannst, ohne viele Kalorien zu dir zu nehmen. Manchmal überkommt es dich und du isst mehr, als du essen wolltest, vielleicht wurdest du auch dazu gezwungen. Dann versuchst du, mit Abführmitteln oder über Sport die zu viel aufgenommenen Kalorien wieder loszuwerden. Wenn du dein Essen und deinen Körper unter Kontrolle hast, hast du das Gefühl, dass es dir gut geht und dass du dein Leben unter Kontrolle hast. Du denkst viel über Essen nach und bist inzwischen richtig gut darin, deine Mahlzeiten zu planen. Du schaffst es super, Hunger auszuhalten. Inzwischen hast du schon viele Möglichkeiten herausgefunden, wie du bei gemeinsamen Mahlzeiten in der Familie davon kommst, ohne viel zu essen. Auch, wenn du selbst nicht so viel isst, kochst oder backst du trotzdem gerne und du freust dich auch, wenn es deiner Familie und deinen Freundinnen schmeckt und du Lob für deine Künste in der Küche bekommst. Seit längerer Zeit trägst du gerne weite Hosen und Pullover, damit nicht auffällt, dass du abgenommen hast. Am Anfang gab es noch viele Komplimente von deinen Freundinnen, wie toll du abgenommen hast. Du wurdest für deine Stärke und Disziplin gelobt. Doch inzwischen kommen auch immer häufiger Fragen, warum du so dünn bist. Du schließt auch das Badezimmer inzwischen sicherheitshalber immer ab, undenkbar, was passiert, wenn deine Mutter in den Raum käme, während du duschst…

 

Hast du dich in diesem Text wiedererkannt? Dann bist du wahrscheinlich von Magersucht betroffen. Du bist nicht magersüchtig, denn süchtig danach, mager zu sein, das funktioniert nicht und trifft es auch nicht richtig. Du bist viel mehr als nur deine Krankheit. Aber du hast wahrscheinlich eine. Der erste Schritt aus der Magersucht heraus ist, sich einzugestehen, dass du eine Ess-Störung hast. Das ist oft schwer und erfordert viel Mut. Und das gelingt nur ganz selten alleine und du musst es auch nicht alleine schaffen. So wie man mit einer Grippe zum Arzt geht, um sich Medikamente verschreiben zu lassen, kann man auch mit Magersucht zum Arzt oder zur Ärztin gehen und sich Hilfe holen. Wir bei LOBBY FÜR MÄDCHEN beantworten dir gerne deine Fragen und unterstützen dich bei den Schritten, die du gehen willst. Du kannst gerne in der Mädchenberatungsstelle vorbeikommen oder in der Online-Beratung schreiben.

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