Essen und Ess-Störungen 

Warum ist Essen so wichtig?

 

Essen ist ein wichtiger Teil unseres Lebens: Über unser Essen nehmen wir die Nährstoffe auf, die wir zum Leben brauchen, aber Essen ist noch viel mehr. Gemeinsames Kochen und Essen kann Spaß machen, das hast du vielleicht schon selbst mit deiner Familie oder mit Freunden und Freundinnen erlebt. Dadurch ist Essen auch ein wichtiger Teil unserer Kultur: Jedes Land hat eigene typische Gerichte und Ess-Gewohnheiten. Welche Ess-Gewohnheiten hast du?

Essen ist aber auch Ausdruck von Individualität. So wie du ein einzigartiger Mensch bist, und es keine gibt, die genauso ist wie du, gibt es auch keinen Menschen, der genauso isst wie du. Menschen unterscheiden sich in dem, was sie gerne essen und wie sie gerne essen. Manche essen lieber süß, andere salzig, scharf, bitter oder sauer. Manche Menschen essen eher schnell und lieben es, viele kleine Mahlzeiten auf den Tag zu verteilen, andere essen nur zwei oder dreimal am Tag. Und auch die Ess-Gewohnheiten unterscheiden sich häufig. Während manche Menschen mit einem Kaffee oder Tee und einem Brot auf die Hand in den Tag starten, wollen manche nicht ohne ein gemütliches Frühstück aus dem Haus gehen. Und das alles ist normal. Auch normal ist es, wenn du mal einen oder mehrere Tage keinen Appetit hast. Es kann sein, dass du keinen Hunger hast, weil du im Stress bist oder es dir nicht gut geht, weil du traurig bist, Liebeskummer hast oder ein sich in deinem Leben Dinge verändern. Es kann aber auch sein, dass genau diese Momente im Leben dazu führen, dass du am liebsten den ganzen Tag essen würdest und du das Gefühl hast, dass das Essen ein bisschen gegen diese Gefühle hilft. Das ist völlig normal und geht vielen Mädchen und Frauen so. Auch während der Menstruation verändert sich oft das Ess-Verhalten von Mädchen und Frauen, viele berichten, dass sie gerade in den Tagen vor der Blutung häufig große Lust auf süße oder salzige Speisen haben. Das alles ist keine Ess-Störung.

 

Was ist eine Ess-Störung?

 

Eine Ess-Störung ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die auch nur von einem Arzt/einer Ärztin oder einem Experten/einer Expertin diagnostiziert werden kann. Es gibt unterschiedliche Arten von Ess-Störungen, über die du weiter unten mehr lesen kannst: die häufigsten sind Magersucht, Bulimie und die Binge-Eating-Störung. Ess-Störungen sind sogenannte psychosomatische Krankheiten, also Krankheiten, bei denen die Krankheit von der Seele ausgeht. Der Körper leidet auch unter der Krankheit, aber auch die Seele braucht Hilfe. Man kann sagen, dass eine Ess-Störung wie eine Krücke funktioniert: Wenn du nicht mehr laufen kannst, weil du dir zum Beispiel den Fuß verstaucht hast, kann eine Krücke dich stützen und dir beim Laufen helfen. Genauso kann eine Ess-Störung dich scheinbar unterstützen, wenn du Probleme hast. Vielleicht vertreiben die Gedanken an das Essen die anderen, dunklen Gedanken. Essen kann trösten, und gute Gefühle machen.  Oder du fühlst dich stark, weil du die Kontrolle über deinen Körper hast. Wenn du den Hunger spürst, musst du die ganzen anderen Gefühle vielleicht nicht mehr so stark spüren. Aber diese vermeintliche Stärke belastet deinen Körper und macht dich körperlich krank. Deshalb ist eine Ess-Störung keine echte Lösung. Wenn du Fragen zu Ess-Störungen hast, kannst du gerne zu uns in die Beratung kommen.

 

 

Wie erkenne ich, dass ich eine Ess-Störung habe?

 

 

Hast du schon einmal deinen Körper betrachtet und fandest dich zu dick oder zu dünn? Hast du dich schon einmal mit anderen Menschen verglichen, die dir dünner als du vorkommen? Das sind Fragen, die wahrscheinlich viele Mädchen und Frauen kennen. So lange du danach auch wieder an andere Dinge denken kannst und auch Zeiten hast, in denen du deinen Körper magst und findest, dass du genau richtig bist, sind diese Fragen ein Stück weit normal. In unserer Gesellschaft dreht sich vieles um Aussehen und Schönheit, sodass es schwierig ist, sich davon zu befreien. Gefährlich wird es allerdings, wenn sich deine Gedanken nur noch um dein Gewicht und um Essen drehen. Denkst du vor jeder Mahlzeit darüber nach, was du essen darfst oder ob du essen darfst? Zählst du Kalorien? Hast du ständig Angst, zu viel zu essen oder zuzunehmen? Verbietest du dir das Essen und erzählst vielleicht anderen, die mit dir gemeinsam essen wollen, dass du schon gegessen hast? Sagst du oft, dass du keinen Hunger hast, obwohl du gerne essen würdest? Bist du sehr ehrgeizig und erwartest viel von dir und bist enttäuscht, wenn du deine Ziele nicht erreichst? Weißt du genau, welches Essen wie viele Kalorien hat? Isst du ohne Kontrolle mal viel und mal wenig? Isst du, wenn es dir schlecht geht, obwohl du keinen Hunger und keinen Appetit hast? Hast du kein Sättigungsgefühl mehr und könntest immer weiter essen? Übergibst du dich nach dem Essen häufig? Wenn du mehrere Fragen mit Ja beantwortest hast, solltest du mit einer Vertrauensperson darüber sprechen. Du kannst dir auch bei Experten und Expertinnen Hilfe holen, das können Ärztinnen/Ärzte oder Ernährungsberater/Ernährungsberaterinnen sein und du kannst auch zu uns in die Beratung kommen oder in der Online-Beratung schreiben. Denn alle diese Fragen deuten auf eine Ess-Störung hin. Sicher sagen kann dir das aber nur eine Ärztin/ein Arzt oder ein Experte/eine Expertin. Eine Ess-Störung ist eine Krankheit, du bist nicht schuld daran, wenn du diese Krankheit hast. Aber sie schadet dir und deinem Körper. Deshalb ist es wichtig, dass du dir Hilfe holst. 

 

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